Die Schriftenreihe

Massive politische, gesellschaftliche und soziale Umwälzungen im ganzen Deutschen Reich waren die Folge der Aufklärung, der napoleonischen Kriege und der anschließenden Neuordnung des Kontinents. Insbesondere nach der Säkularisierung wurden Jahrhunderte alte Rechtsnormen und -formen aufgehoben. Aus Lehen wurde Privatbesitz, aus Hörigen, die einzig und allein ihrem jeweiligen Grundherrn verantwortlich waren wurden freie Bürger. Sie besaßen nun zwar wesentlich mehr Rechte als je zuvor, doch dafür mussten sie auch einen hohen Preis bezahlen. Denn zuvor waren sie zwar ihrem Herrn verpflichtet, doch dafür waren sie im Fall von Mißernten und sonstigen Katastrophen sozial abgesichert, weil der Grundherr seinerseits für die Untertanen sorgen musste. Nun aber war jeder freie Bürger für sich selbst und sein Schicksal verantwortlich.
Mit einer Schriftenreihe will der Museumsverein St. Oswald-Riedlhütte die Ereignisse der vergangenen Jahrhunderte dokumentieren und die Einflüsse der großen Politik auf die kleine Gemeinde im Bayerischen Wald untersuchen.

Der namengebende Patron

Warum wählte Landgraf Johann von Leuchtenberg ausgerechnet den heiligen Oswald als Patron für ein Kloster, das er neben einer Felsenquelle errichten ließ? Schließlich wurde der ehemalige König von Northumbrien hauptsächlich in England, aber auch in Österreich (durch die Missionierung aus England) verehrt.
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Der Säumerweg von Grafenau nach Bergreichenstein

Die finsteren Jahrhunderte des Mittelalters nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches waren vorüber, die deutschen Kaiser herrschten über ein riesiges Reich, das von der Nordsee bis zum Mittelmeer reichte. Doch Reisen waren gefahrvolle Abenteuer, so mancher Reisende wurde überfallen und ausgeraubt und konnte von Glück sprechen, wenn die Räuber Leib und Leben verschonten. Weil der Handel aber immer wichtiger wurde, musste etwas geschehen: Ein Netz von Handelsstraßen, auf welchen das Reisen einigermaßen sicher und kompfortabel war, entstand.
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Die Wallfahrt zur Bründlkapelle

Mystische/heilige Orte haben seit jeher eine besondere Bedeutung für die Menschen. Sie suchen diese Orte auf, um ihrem Gott nahe zu sein oder um Gnade für die Zukunft zu erbitten. Auch die Felsenquelle in St. Oswald gilt als heiliger Ort, zu dem nicht nur die Christen pilgerten. So lange Bayern und Böhmen unter dem Dach des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation zusammen gehörten, pilgerten die Menschen aus dem Nachbarland zur Oswalder Quelle. Die politische Situation während des
20. Jahrhunderts beendete diese kleine Wallfahrt im Grenzgebiet.
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Das Ende des Klosters − die sozialen Folgen für die Klosteruntertanen

Nachdem sich Napoleon die linksrheinischen Gebiete für Frankreich einverleibt hatte, wollten die (teilweise verbündeten) deutschen Fürsten für diesen Verlust entschädigt werden. Die Fürsten enteigneten Kirchen und Klöster und erhielten dadurch immense Gebietszuwächse. Die Folge: Der wohl massivste soziale Umbruch der Neuzeit in der Deutschen Geschichte.
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Aus dem ehemaligen Klosterwald wird ein Nationalpark

Zum Klostergut gehörten unter anderem auch große Wälder. Sie gehörten nun dem bayerischen Staat, der seine großen Waldungen im Grünen Dach Europas bewirtschaftete, bis in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Nationalpark Bayerischer Wald aus der Taufe gehoben wurde. Dort gilt der Grundsatz: "Natur Natur sein lassen".