Der heilige Oswald

Kopfreliquiar des hl. Oswald im Diözesanmuseum in Hildesheim Anno 604 wurde Oswald als Prinz von Northumbrien geboren und Wotan, dem Göttervater der Germanen geweiht. Mit zwölf Jahren musste er nach Schottland flüchten, nachdem sein Vater bei einem Aufstand getötet wurde. Im Kloster Hy auf der Insel Iona lernte er den christlichen Glauben kennen und ließ sich taufen.
634 eroberte er schließlich sein Reich zurück. Mit der Unterstützung der Mönche christianisierte er das Land, als Zentrum der Mission gründete er 635 das Kloster Lindisfarne. Im Laufe seiner Regierungszeit wollte er das Königreich zu einem "christlichen Vorbildland" machen. Dieses Wirken weckte aber den Neid der Nachbarn, die ihm vorwarfen, die alten Götter verraten zu haben. Oswald starb am 5. August 642 im Kampf mit dem König Penda von Mercien. Der Sieger ließ den königlichen Leichnam verstümmeln und zur Schau stellen.
Missionare aus Lindisfarne verbreiteten das Andenken an Oswald in Zentraleuropa, Kopf und Gliedmaßen wurden als Reliquien verehrt. Im Alpenraum gilt Oswald als Nothelfer und gehört zu den Wetterherren.
Der Rabe als Begleiter steht für den heidnischen Glauben, dem Oswald abgeschworen hatte (Raben sind die Begleiter des Göttervaters Wotan). Allerdings standen ihm laut Legende Raben bei Oswalds Krönung zur Seite: Ein Rabe brachte das fehlende Chrisamöl in einem kostbaren Gefäß (Petrus selbst soll geweiht und gesendet haben), ein zweiter Rabe trug einen Ring herbei.